Mit dem Fully MTB die Berge erobern

Ein Mountainbike, kurz MTB, ist ein Geländefahrrad und wie das Rennrad mehr als Sportgerät gedacht. Zuerst waren die Mountainbiker echte Downhill Bike-Benutzer. 1973 erfand eine Gruppe von Radsportlern das Downhill Bike, um Schotterpisten besser herunterrasen zu können. Sie hatten dicke Ballonreifen mit 26 Zoll-Felgen, und waren stabil gebaut. Diese Modelle waren schwerer als normale Sporträder und wurden ausschließlich für Abfahrten in Anspruch genommen. Später wurden Teile benutzt, die noch belastbarer sind, wie Motorrad-Bremsen und -Lenker. Die moderne Gangschaltung, Daumenschaltung, und Schnellspanner am Sattel durften nicht fehlen. Die Fahrer stellten den Sattel nach unten, um in den Pedalen stehend Pisten runterrasen zu können. Seit Ende der Siebziger Jahre wurden die ersten Mountainbikes mit den gewichtsmäßig leichter gefertigten Rahmen in Serien zum Verkauf produziert.

In den achtziger Jahren wurden die Rahmen weiterentwickelt. Neben den Stahlrohren, welche dünnwandiger wurden, gab es alternative Materialien wie Kohlefaser, Titan und Aluminium. Die japanische Firma Shimano entwickelte neue Ausstattungskomponenten, wie Cantilever-Bremsen, Biopace-Kettenblätter, Lenker-Schalthebel und Rasterschaltung. Die meisten Bauteile, die man an modernen Fahrrädern findet, wurden zuerst für den Mountainbikesport hergestellt oder dort entwickelt. Hierzu zählen die Klickpedalsysteme, die Rohloff Speedhub 14-Gang Nabenschaltung, die Hinterbaufederungen und Federgabeln, die Scheibenbremsen und die V-Bremsen. 1996 wurde in Atlanta Mountainbiking zum ersten Mal als olympische Disziplin ausgeführt.

Ein Fully MTB lässt sich zum Beispiel trotz vieler Gemeinsamkeiten gut von anderen Mountainbikes unterscheiden. Das kannst Du an dem eigentlichen Zweck ermessen, wofür beispielsweise ein Fully Bike verwendet wird. Dieses ist eher für den Renneinsatz auf unwegsamen Strecken ausgelegt. Der Federweg der Federgabel des Fully Bike beträgt 80 bis 100 Millimeter. Ein typisches Breitensport Fully Bike wiegt unter 13 Kilogramm. Fully MTB sind für den Einsatz in abschüssigem, schwerem Gelände konzipiert und vollgefedert. Durch Dämpfungssysteme, die ein Wippen beim Pedalieren verhindern, und Federgabeln, welche absenkbar sind, kann mit einem Fully MTB auch ein Aufstieg bewältigt werden.

Ein anderer Grundtyp wäre das All Mountain Bike. Diese Variante verfügt über eine Vollfederung. Mit dem All Mountain Bike kannst Du sowohl im Flachland fahren als auch die Alpen überqueren. Das All Mountain Bike hat ein variables Fahrwerk mit Federwegen im Bereich von 120 bis 160 Millimeter und Federwegsverstellung am Hinterrad. Das Reifenprofil ist wegen den unterschiedlichen Anforderungen stärker und breiter. Das Gewicht reicht von elf Kilogramm für die Bewältigung eines Marathons bis hin zu 14 Kilogramm für die robustere Anwendung. Anders als beim Downhill Bike spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle. Mehr Reserven beim Fahrwerk, Komfort, und Zuverlässigkeit sind angesagt. Die Sitzposition ist nicht so aufrecht wie beim Enduro Bike und weniger gestreckt als beim Downhill Bike. Das Enduro Bike ist vollgefedert, hat einen großen Federweg, ein einstellbares Fahrwerk und stark profilierte Reifen. Das in sich stimmige Gesamtbild wird durch einen gekröpften Lenker und ein Gewicht von 12 bis 16 Kilogramm abgerundet. Du kannst mit dem Enduro Bike auch steile Uphills fahren.

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